|
Guten abend allerseits...oder einfach hallo ! Für alle die mich noch nicht so richtig kennen: ich heisse Sparky (richtig heisse ich Magic Spark of Mountain Forest Glade), bin eine acht Monate alte Labrador-Retriever-Dame und wohne zusammen mit einem goldigen Wuscheltriever namens Fly in Meinerzhagen. Mein Boss heisst Dirk; allerdings weiss ich nicht so recht, ob er auch zu den Retrievern gehört. Da ich ein gehorsamer Labrador bin, schreibe ich hier nun einen Erfahrungsbericht vom heutigen Trainingstag. Darum hat mich nämlich mein Boss gebeten. Er sagte, er habe keine Zeit fürs Schreiben, da er so viele Filme aus den hier im Haus installierten Kameras wechseln und die Bilder ins Internet stellen muss. Dazu aber später mehr.
Wie ja viele von euch wissen, fahre ich mit meinem Boss häufiger nach Westenholz zu meiner Mama Chelsea und der Obermama Angelika. Soweit ich das mitbekommen habe, ist das die Oberrudelführerin, denn wenn die pfeift oder etwas ruft, gehorchen alle, nicht nur die Hunde :-) Mein Herrchen hatte allerdings heute ein richtig schlechtes Gewissen, als er bemerkte, dass die Geli offenbar nicht genug Geld mit der Hundeausbildung verdient. Unsere Bosse werden nämlich völlig kostenlos ausgebildet, ist das nicht nett??? Na ja, das hat aber dazu geführt, dass die Angelika jetzt einen Nebenjob bei der Post angenommen hat, um ein wenig Euros zusätzlich zu verdienen. Sie kam heute mit so einem gelben Post-Transporter. Erst dachte ich ja, es wäre der Deutsche Paketdienst oder UPS, doch die haben ja keine gelben Lieferwagen...
Heute haben wir uns aber mal ausnahmsweise hier bei uns in Meinerzhagen zum Trainieren getroffen. Bei absolut traumhaften Wetter (herrlicher Dauerregen, Wind und grauer Himmel) trafen mehr oder weniger pünktlich alle Teilnehmer des Trainings bei uns ein. Ausser meinen Geschwistern Laines und Shadée mit ihren Führerinnen Ilka & Romy kamen auch noch meine Mama Chelsea, eine Frau namens Diana mit einem Goldie sowie zwei weitere Goldies (Javelin & Macy) von Angelika, die auch mal bei so schönem Wetter im Schlamm buddeln wollten.
Nachdem alle eingetroffen waren, durften wir Hunde nicht sofort loslegen, weil die gnädigen Herrschaften natürlich erst noch so braunes Zeug tranken und mehr oder weniger sellbstgebackene (hüstl) Kekse vertilgten.
Was dann folgte, kam mir persönlich sehr suspekt vor. Als wir uns nämlich auf den Weg nach draußen machen wollten, kam es erst mal zu einer Art Kleidertausch bzw. Verkleiden. Die Frauchen von Laines & Shadée hatten nicht genug zum Anziehen dabei und bekamen netterweise diverse Kleidungsstücke von Constanze (meinem Frauchen). Nachdem schließlich alle ihr Kunstfell übergezogen hatten, ging es endlich los.
In der ersten Unterrichtsstunde übten wir das Schleppenziehen. Jeder von uns durfte mal ran. Ich glaube, Dirk war nicht ganz so zufrieden mit mir. Als Frau hat man ja für Stimmungen und Schwingungen so einen feinen Draht. Vielleicht lag es daran, dass ich dieses blöde Kaninchen nicht sofort gefunden habe. Aber Mensch, wie sollte ich denn ahnen, dass DIESES Kaninchen ausnahmesweise mal frisch geschossen und nicht wie sonst einige Monate alt war. Das riecht doch dann völlig anders.......
Na ja, die zweite Unterrichtsstunde verlief dann schon erheblich positiver. Zum ersten Mal haben wir einen Walk Up geübt. Dabei darf man nicht so rumzappeln oder an der Leine ziehen. Ausserdem soll man das geworfene Wild sofort aufnehmen und zu seinem Boss zurück bringen ohne mehrere Ehrenrunden zu drehen. Zum ersten Mal habe ich so einen bunten Vogel apportiert, der war viel schwerer als das Kaninchen. Aus Fachgesprächen zwischen der Oberrudelführerin Angelika und Dirk hörte ich, dass es sich um einen Fasan der Sorte Torquatus handelt, zu erkennen am weißen Halsring. Nachts baumt so ein Fasan übrigens auf. Das habe ich wiederum einem Gespräch zwischen Dirk und Constanze entnommen. Na gut, es war wohl eher ein Vortag von Dirk zu diesem Thema. Dieses besagte Gespräch endete mit einem Tobsuchtsanfall von Constanze und den Worten : “Ich will von diesem ständigen Geschwafel über Haar- und Federwild, Fuchslosung und Brunftkugeln absolut nichts mehr hören....hoffentlich ist dieser Jungjägerkurs bald vorbei !!!!!!!!!!!!!!!” Aber das ist ein ganz anderes Thema.....
Jedenfalls legten die gnädigen Herrschaften nach diesem Walk Up schon wieder eine Pause im Haus ein, angeblich um sich aufzuwärmen. Dabei weiß doch inzwischen wirklich jeder, dass es kein schlechtes Wetter sondern nur schlechte Kleidung gibt...Aber wem sage ich das ! Was sich dann vor meinen Augen im Haus abspielte, kann ich kaum in Worte kleiden. Ilka und Romy rissen sich die Kleidung vom Körper und stürzten halbnackt in die Waschküche, wo sie die nassen Klamotten in den Wäschetrockner schmissen. Währenddessen musste Dirk, halb der Ohnmacht nahe, laufend zum Kleiderschrank von Constanze hetzen, um Ersatzwäsche unterschiedlicher Art herbeizuschaffen und zu verteilen. Zumindestens hat er das gegenüber den anderen behauptet. Wie ich inzwischen weiß, musste er auch mehrfach die Cassetten in den im ganzen Haus installierten Videokameras wechseln. Die entsprechenden Bilder können übrigens unter www.retrieverland.de/piep-show (1,99 Euro pro Minute) bewundert werden. Ich glaube, auf diese Weise verdient sich Dirk ein paar Euros hinzu, um unser Hundefutter zu bezahlen...
Nachdem sich die Damen dann am Küchentisch geeinigt hatten, wer den gebräuntesten Bauch vorzuweisen hat (zu sehen unter www.retrieverland.de/nackte-haut (Preise wie zuvor) , konnte die Truppe langsam in den Wald ziehen. Vorher mussten sich die Frauen natürlich erst mal wieder anziehen, was gar nicht so leicht war, denn sie hatten vergessen, den Trockner auch einzuschalten. Na ja, nach einigem Hin und Her konnte es dann weitergehen und Angelika versteckte im Wald für jeden von uns Enten, Kaninchen und den Fasan, den wir Hunde dann suchen mussten. Ich durfte gleich zwei Mal suchen, erst mit Dirk und dann noch mit Ilka, die mich nämlich mit Laines verwechselt hatte und mich anstatt Laines nochmal mit zum Suchen nahm.
Als es schon langsam dunkel wurde, kam auch noch das Dummywerfen an die Reihe, bis sich alle erneut im Haus einfanden. Wieder gab es braunes Wasser und Kekse. Mein Herrchen bekam dafür ganz schön was zu hören, denn eigentlich wollten die Frauen nach diesem harten Training lieber Rehrücken oder Putenbraten. Aber menno, soll denn der Dirk ausser diesem Jägerkurs jetzt auch noch einen Kochkurs absolvieren??? Schließlich war doch Constanze mit den Kindern am Nachmittag nicht mehr da....und nur die kann doch so toll kochen. Gut dass sie nicht da war, denn was hätte die wohl gesagt, dass im Haus lauter halbnackte Frauen rumlaufen und ihren Kleiderschrank plündern. Hätte nur noch gefehlt, dass die alle in den Whirlpool springen, aber den haben sie glücklicherweise nicht gefunden....
Das war also der Bericht vom letzten Weihnachtstraining 2002. Und wenn ihr mit eurer Maus den nachfolgenden Link anklickt, seht ihr auch ein paar (kostenlose) Fotos. Ich wünsche euch allen ein wunderschönes, friedliches und besinnliches Weihnachtsfest sowie einen guten Rutsch ins Neue Jahr !!! :-))
Fotos vom Regentraining - hier klicken :-)
|